Wissenschaft

Die wissenschaftliche Tätigkeit der Akaflieg Frankfurt konzentriert sich im Wesentlichen auf die folgenden Gebiete:

  • Flugmeteorologie Erforschung tragender Linien wie Wellenaufwinde, Hangaufwinde und Thermikaufreihungen  sowie Anwendung und Umsetzung der Forschungsergebnisse in den Leistungs-Segelflug
  • Sicherheit Erhöhung der Sicherheit im Segelflug in Ausbildung und Leistungsflug, mit Schwerpunkt Windenstart
  • Unfallprävention Erforschung und Anwendung von praxisorientierten Methoden zur Unfallprävention in der nicht kommerziellen Luftfahrt (FLYTOP)

 

1) Flugmeteorologie

Wir betreiben flugmeteorologische Forschung in Theorie und Praxis. Auf theoretischer Seite steht die statistische Analyse frei zugänglicher Flugdatenschreiber-Aufzeichnungen, von ausgewählten Wettbewerben und von eigens veranstalteten Fluglagern im Vordergrund. Auf praktischer Seite geht es vor allem um die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse. Ziel ist eine Weiterentwicklung der klassischen Sollfahrt-Theorie, die die maximal erreichbaren Fluggeschwindigkeiten und -strecken aus meteorologischen Parametern berechnet, dabei aber tatsächlich erzielte Geschwindigkeiten häufig unterschätzt.

Bereits 2003 haben wir eine interaktive Thermik-Karte erstellt. Wir nennen das, nomen est omen, LIFT: Loggerbasierte Intelligente Frankfurter Thermikkarte. Daran anschließend haben wir für ausgewählte, hochkarätig besetzte, internationale Wettbewerbe der Jahre 2007 und 2008 Verteilungen der Steiggeschwindigkeiten und der Flughöhen beim Geradeausflug und beim klassischen Thermikkreisen ermittelt. Überraschenderweise ist Steigen im Geradeausflug, im Flachland ebenso wie im Gebirge, genauso wichtig oder sogar noch wichtiger als das Kurbeln. Aus den Flügen der Segelflugweltmeisterschaft 2012 in Uvalde/USA haben wir schließlich ein Thermikmodell entwickelt, das nicht nur dem grundsätzlichen Verständnis der thermischen Aufwinderzeugung dient, sondern eine wichtige Grundlage für das optimierte Design für den Bau von Höchstleistungssegelflugzeugen darstellt. Die Arbeiten an dieser Thematik sind weiterhin in vollem Gange.

Darüber hinaus engagieren wir uns in der Charakterisierung von Wellenaufwinden. Die Spannweite reicht dabei von der Unterstützung des Mountain Wave Projects, z.B. durch automatisierte Erkennung von Leewellenaufwinden in Loggerdateien, bis hin zu den deutschen Mittelgebirgen. Auf praktischer Seite führen wir seit 2005 einmal jährlich im Frühjahr das Akaflieg Wave Research Camp in den spanischen Pyrenäen auf dem Flugplatz von La Cerdanya (LECD) beim Centre de Vol a Vela de la Cerdanya (CVVC) durch, zur systematischen praktischen Erforscung von Wellenaufwinden, die in dieser Jahreszeit besonders häufig auftreten.

Und unsere sportlichen Erfolge dokumentieren eindrucksvoll die erfolgreiche Umsetzung unserer bisherigen Erkenntnisse.

2) Sicherheit

Häufige Unfallschwerpunkte im Segelflug sind vor allem Zusammenstöße in der Luft, unkontrollierte Fluglagen sowie Start- und Landeunfälle (s. Untersuchungsberichte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung).

Zur Zeit entwickeln wir daher ein Dokumentationssystem für Geschwindigkeits- und Höhenverlauf im Windenstart. In der kommenden Saison wollen wir damit standardisierte Windenstarts in unseren Sommerkurs charakterisieren. Dazu sollen die Schulflugzeuge jeweils mit einem Telemetrie-System und einem Datenlogger ausgestattet werden. Aus der großen Zahl der Ausbildungsstarts sollen dann eine Windenstart-Datenbank erstellt und der Windenstartverlauf charakterisiert werden.

3) Unfallprävention

Zentraler Angelpunkt von fast allen Unfallereignissen ist der „Faktor Mensch“. Unter dem Schlagwort der Human Factors hat die Berufs- und Militärluftfahrt daher einen Methodenkanon entwickelt, der der Prävention von Unfällen dient. Alfred Ultsch von der Akaflieg Frankfurt hat daher ein Forschungsprojekt gestartet, welches diese Programme dem Luftsport zugänglich machen soll.

Hierzu wurden Vereinsprogramme unter dem Logo „FLYTOP“ entwickelt, die von den Flugsicherheitsinspektoren in das Schulungsprogramm übernommen wurden. Weitere Details finden sich auf den Seiten von www.fly-top.de.

Comments are closed.